Else Lasker-Schüler

Else Lasker-Schüler (1876 – 1945): „Mein Herz – Niemandem“

Lasker-Schülers Prosatext „Mein Herz“ erschien erstmals (1910/1911) in der Kunstzeitschrift „Der Sturm“ als ein Briefroman, dessen Fortsetzungen in Berlins Kaffeehäusern, dem Hauptwohnort der Dichterin, mit Spannung erwartet wurden.
Das Ensemble Tityre hat Passagen aus dem Roman ausgewählt und sie zu einer Rede montiert, die die Kaffeehausöffentlichkeit portraitiert und sich gleichzeitig an sie wendet. Die Sprecherin Sabine von Rothkirch steht vor einer Staffelei und rezitiert beim Versuch, ein „richtiges“ Herz zu malen, die Briefe. Bissiger Spott über illustre Kaffeehausgäste, ironische Gnade und leises Innehalten wechseln einander ab. Flöte, Oboe und Klavier erzeugen mit Werken von G. Jacob, F. Reizenstein, S. Karg-Elert u.a. eine Klangwelt, die die unterschiedlichen Facetten der Lasker-Schülerschen Prosa hervorhebt: das Freche, fast Kabarettistische, das Melancholische, das Schrille, und nicht zuletzt auch das Ernste als Ausdruck der Bedrohung durch den aufkommenden Faschismus. Gedichte Lasker-Schülers und Zeitzeugenberichte ergänzen das Porträt und lassen die einzigartige Stimmung der Berliner Gründerzeit wieder aufleben. „Das Ensemble Tityre verstand es von den ersten Tönen an, Caféhaus-Atmosphäre zu verbreiten.“, schrieb die Rhein-Main-Zeitung.

Sabine von Rothkirch
Sabine von Rothkirch

Sabine von Rothkirch
Die in Hamburg ausgebildete, freischaffende Schauspielerin Sabine v. Rothkirch ist mit verschiedenen Ensemble-Auftritten und ihrem Soloprogramm „Lass es raus, denn es will ja“ vorwiegend auf Theater- und Varietébühnen zu erleben.
Seit 2004 ist sie Mitglied des „Ensemble Tityre“.
Das ausschließlich von ihr gespielte Portrait über Else Lasker Schüler gehört zu ihrem Repertoire, ebenso wie das Portrait über Astrid Lindgren und das Programm „Weibermusik“